Privat vorsorgen ist nicht notwendig...

Privat vorsorgen ist nicht notwendig...

Martin  Mikulik: Die Politik ist anscheinend nicht gewillt, den Leuten reinen Wein einzuschenken und sie anhand von Rechenbeispielen aufzuklären, wie viel Pension sie zu erwarten haben und wie sich die „Pensionsreformen“ der letzten Jahre wirklich auswirken werden.

Am Montag fand ein interessantes Gespräch im Rahmen der Sendung „Zentrum“ zum Thema Pensionen statt. Hierbei ging es um die Zukunft des bestehenden Umlagesystems und möglicher Alternativen. Grundsätzlich finde ich es gut, dass darüber zumindest einmal gesprochen wird. Trotzdem hat mich die Haltung unseres Sozialministers etwas irritiert. Dieser meinte, dass wir in Österreich über eine hervorragende Grundsicherung mit unserem Pensionssystem verfügen und vielleicht nur Menschen, die über der Höchstbeitragsgrundlage (aktuell 4.230 EUR monatlich) verdienen, sich vielleicht etwas privat ansparen können, um ihren Lebensstandard halten zu können.

In Anbetracht der zu erwartenden Pensionen ab dem Jahr 2030 finde ich diese Aussage höchst hinterfragenswürdig. Die Politik ist anscheinend nicht gewillt, den Leuten reinen Wein einzuschenken und sie anhand von Rechenbeispielen aufzuklären, wie viel Pension sie zu erwarten haben und wie sich die „Pensionsreformen“ der letzten Jahre wirklich auswirken werden. Dann soll jeder entscheiden, ob er privat vorsorgen möchte oder nicht, doch mit den derzeitigen Floskeln werden wir einer Altersarmut nicht ausweichen können.

Als ich 1990 zu arbeiten begann wurden mir noch 80% der letzten 5 Jahre meines Erwerbslohns als Pension in Aussicht gestellt. Heute weiß ich, dass es nicht die letzten 5 sondern die letzten 40 Jahre im Jahr 2030 sein werden. Das bedeutet in meinem Fall eine erwartete Kürzung von mehr als 30 - 40% des ursprünglich in Aussicht gestellten Betrages. Wenn ich das mit meiner privaten Altersvorsorge vergleiche sind die Einbußen mittlerweile nicht so groß (trotz Finanzkrise).

Ich möchte Ihnen unten angeführten Link empfehlen. Es ist ein Vortrag von Walter Worresch vom Verein der Pensionsbeitragszahler Österreichs. Er dauert „nur“ 16 Minuten, erklärt aber anschaulich die Auswirkungen der letzten Pensionsreformen und hilft Ihnen auch dabei, Ihr persönliches Pensionskonto besser zu verstehen. Und danach rufen Sie sich wieder die Worte des Sozialministers in Erinnerung, der meint, dass privat vorsorgen nicht notwendig ist….

Video über Pensionsreformen und deren Auswirkung

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at

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