Die Parallelrechnung

Die Parallelrechnung

Dass wir uns in Österreich zwei unterschiedliche Pensionsgesetze leisten und damit in dieser Hinsicht eine Zweiklassen - Gesellschaft geschaffen haben, ist ja schon bürokratisch genug.

Aber das lässt sich noch toppen!

Für alle Personen, die am 1.1.2005 das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und bis zum 31.12. 2004 zumindest einen Versicherungsmonat erworben haben, ist eine Parallelrechnung durchzuführen.Mit diesem Rechenverfahren wird die Pensionshöhe in der Zeit des Übergangs vom „Altrecht“ (Rechtslage bis 31.12.2004) in das neue Recht ermittelt. Dabei sind bei Pensionsantritt zwei (fiktive) Pensionen zu berechnen und ist dazu in beiden Fällen  der gesamte Versicherungsverlauf heranzuziehen:

Die Altpension

Berechnung der Pension unter der Annahme, dass das alte Recht (Rechtslage vom 31.12.2004) bis zum Pensionsantritt weiter gegolten hätte.

Die APG-Pension

Berechnung der Pension unter der Annahme, dass das neue Recht von Beginn des Versicherungsverlaufes bereits anzuwenden gewesen wäre.Die tatsächliche Pension wird dann je nach Anzahl der im Altrecht bzw. im neuen Recht erworbenen Versicherungsjahre ermittelt (Pro-rata-temporis-Prinzip = Berücksichtigung im Verhältnis der Zeit).

Ermittlung der Pensionshöhe durch Parallelrechnung

Beispiel: Ein Versicherter, geb. am 1.1.1955, hat 45 Versicherungsjahre erworben, davon 30 Jahre vor dem 1.1.2005 und 15 Jahre nach neuem Recht.Die tatsächliche Pension setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
  • aus zwei Drittel von der Altpension (für die 30 Jahre) und
  • einem Drittel von der APG-Pension (für die 15 Jahre).
Höhe der Altpension: EUR 2.160,00 davon 2/3 = EUR 1.440,00
APG-Pension: EUR 1.800,00 davon 1/3 = EUR 600,00
Pension nach Parallelrechnung EUR 2.040,00
Die Parallelrechnung entfällt, wenn
  • der Anteil, der ab dem 1.1.2005 nach APG erworbenen Versicherungsmonate an der Anzahl der insgesamt erworbenen Versicherungsmonate
oder
  • der Anteil der vor dem 1.1.2005 nach ASVG, GSVG, FSVG bzw. BSVG erworbenen Versicherungsmonate an der Anzahl der insgesamt erworbenen Versicherungsmonate weniger als 5 Prozent oder 12 Versicherungsmonate beträgt.

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