Die vorhersehbare Katastrophe

Die vorhersehbare Katastrophe

Die Unfinanzierbarkeit der staatlichen Pensionen ist schon jetzt absehbar.

Erst kürzlich hat die EU in einem Bericht die gravierenden Auswirkungen der demographischen Änderungen auf die Budgets der Beitrittsländer aufgezeigt. Eine weitere Studie zeigt, dass die Altersvorsorgesysteme auf beiden Seiten des Atlantiks vor erheblichen Herausforderungen stehen, die sich mit den Schlagworten wachsende Staatsverschuldung, nachlassendes Wirtschaftswachstum, niedrige Zinsen, zunehmende Lebenserwartung und sinkende Erwerbsbevölkerung umschreiben lassen.
Dazu hat die Finanzkrise zu einem dramatischen Anstieg der Staatsverschuldung geführt. „Aber erst wenn man die ungedeckten staatlichen Pensionsverpflichtungen hinzurechnet, wird das ganze Ausmaß des Problems deutlich. Studien zeigen, dass die Staatsverschuldung in dieser Rechnung in einigen europäischen Ländern und auch in den USA bei über 500 Prozent des BIP liegt. Sowohl in den USA als auch in Europa wird es nicht möglich sein, allein durch Wachstum das Problem der Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, da auf absehbare Zeit nur mit moderaten Wachstumsraten gerechnet werden kann. Zu einem konsequenten Konsolidierungskurs und dem weiteren Umbau der Sozialsysteme gibt es daher keine Alternative", so die Studie.

"Langlebigkeit ist eines der am häufigsten unterschätzten Risiken bei der Planung der Altersrente. Tatsächlich ist das Risiko der hohen Lebenserwartung schwerwiegender einzustufen als das Inflationsrisiko", so Jay Ralph, Vorstandsmitglied der Allianz SE und verantwortlich für NAFTA-Märkte. Die jüngste Krise habe das Vertrauen der Verbraucher in die Finanzierung der staatlichen Rentensysteme erschüttert.

Laut der Allianz-Studie sind die geburtenstarken Jahrgänge der Ansicht, dass eine vollständige Auszahlung der gesetzlichen Rentenansprüche genauso wahrscheinlich ist, wie vom Blitz getroffen zu werden. Mehr als 75 Prozent der Befragten glauben, sie können sich nicht auf den Staat zur finanziellen Absicherung ihrer Zukunft verlassen. "Die Verantwortung für die Rentenvorsorge wurde mehr und mehr auf das Individuum verlagert, und nicht alle sind darauf vorbereitet, sich aktiv um ihre Pensionen zu kümmern. Dies kann die Menschen überfordern", sagte Ralph. Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, dass die Verbraucher neue Prioritäten setzen, wenn sie sich für Rentenprodukte interessieren. Sicherheit und langfristige Garantien für Pensionsvermögen werden mehr geschätzt, als hohe Gewinne. Die meisten Pensionslösungen sind nur auf eine Dauer von 20 Jahren zugeschnitten und führen damit zu einer größeren Einkommenslücke im fortgeschrittenen Rentenalter.

In Österreich soll nach einer Langzeitprognose der Pensionskommission der Zuschuss für Pensionen bis 2030 auf eine Summe von mehr als 19 Milliarden Euro steigen. Derzeit werden durch den österreichischen Staat Zuschüsse in Höhe von acht Milliarden Euro geleistet. Dies entspricht 2,9 Prozent des BIP.

Nur durch die Zuschüsse kann die bestehende Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben geschlossen werden. Die Höhe der Zuschüsse soll Prognosen zufolge bis 2020 auf 12,2 Milliarden Euro steigen und würde demnach bereit 3,7 Prozent des BIP einnehmen. Damit das österreichische Pensionssystem vor dem Kollaps bewahrt werden kann, werden die Budgetmittel des Staates ab 2020 rasant steigen.

Während sie 2030 noch bei 19,1 Milliarden Euro liegen sollen, werden sie sich 2040 bereits auf 26 Milliarden Euro belaufen. 2050 muss der österreichische Staat bereits mit Zuschüssen in Höhe von 30 Milliarden Euro rechnen. Beim gesetzlichen Pensionseintrittsalter liegt Österreich derzeit im europäischen Mittelfeld. Das tatsächliche Antrittsalter liegt jedoch bei 59 Jahren. Demnach sind die Österreich die Frühpensionseuropameister.

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