Das Pensionssystem

Das Pensionssystem

Seit vielen Jahren findet sich ein Thema immer aufs Neue in den Schlagzeilen aller Medien: Wie sicher sind unsere (staatlichen) Pensionen oder besser gefragt: Wie hoch werden sie sein und ab welchem Alter haben wir Anspruch darauf.

Die 3 Dimensionen des Problems

Das Thema ist deshalb besonders brisant, weil es verschiedene Dimensionen hat. Da ist zunächst die politische Dimension: Ein Gesetz, welches 1955, unter ganz speziellen Bedingungen vom Nationalrat beschlossen wurde, kommt in die Jahre bzw. wird von äußeren, schwer beeinflussbaren Faktoren bedroht. Es entspricht aber vielfach nicht den politischen Gepflogenheiten, wirklich langfristig vorausplanend zu denken und zu entscheiden. Vielmehr orientiert man sich am nächsten (viel zu nahen) Wahltermin und am kurzfristigen Bedarf des eigenen Klientel, welchen man möglichst optimal befriedigen möchte. Dann geht es um sozialpolitische Fragen, wie soziale Gerechtigkeit, Belastung anderer Generationen, Ungerechtigkeit gegenüber Frauen usw. Schließlich wirken sich gesellschaftliche Veränderungen sehr stark in diesem sensiblen System aus. Das moderne Familienbild unterscheidet sich wesentlich von der Familie bei Gesetzwerdung.

Ein Blick zurück

1955, als das Gesetz beschlossen wurde, gab es noch Besatzungssoldaten in Österreich, wurde gerade der Staatsvertrag unterzeichnet, die Lebensmittelmarken gehörten erst kurz der Vergangenheit an. Es gab 700.000 (zum Großteil sehr verarmte) Pensionisten und 3,9 Millionen Versicherte. Die hatten gerade wieder Arbeit gefunden und schöpften Hoffnung, ein besseres Leben vor sich zu haben. Damals wurde beschlossen, dass die Aktiven einen Solidaritätsbeitrag leisten, der in Pensionszahlungen umgelegt wurde (daher der Name Umlagesystem). Die damaligen Pensionisten hatten damals auch nicht mehr lange zu leben. Es war daher kein großes Risiko, eine große Gruppe von Menschen dazu zu verpflichten, einen Beitrag für eine kleine Gruppe von Menschen zu leisten, welche diese Leistung jedoch nur kurz beanspruchen sollten. Durch verbesserte Lebensbedingungen, ein friedliches Umfeld, weniger Sorgen und Stress und eine ungeahnte Weiterentwicklung der medizinischen Möglichkeiten kam es in der Folge zu gravierenden Veränderungen in diesem System. Die Menschen gingen länger zur Schule, dann kommt sehr oft das Studium und sie treten immer später ins Berufsleben ein. Doch schon in dieser Zeit belasten sie das Sozialversicherungssystem durch Krankheiten und Unfälle, sowie anderer medizinischer Hilfsmittel, wie Brillen, Zahnregulierungen usw. Für all das mussten andere – die Beitragszahler – aufkommen. Diese wieder entdeckten, zum Teil vom Staat sogar erheblich „gefördert“, wie schön es ist, schon früher in Pension zu gehen. Die Pensionisten zuletzt, erfreuten sich einer immer längeren Lebenserwartung. Die damit viel länger als kalkuliert und viel früher als geplant anfallenden Pensionen müssen natürlich ebenfalls von den Beitragszahlern bedeckt werden, was bei immer kürzeren Beitragszahlungszeiten bald zu erheblichen Problemen bei der Finanzierung der Pensionen führte.

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